Verspätung

Huhu ihr Schnuffel.

Leider schaffte ich es nicht, für heute einen Fredcomic vorzubereiten. Aus Gründen.
Ich werde ihn aber alsbald nachliefern.

Um Verzeihung und Geduld bittend

Bastian


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Adventskalender


Als eine gute Freundin mich fragte, ob sie für einen Adventskalender 24 Fred-Comics verwenden könne, war ich fast geneigt zuzusagen. „Fast“ unter anderem deswegen, weil in meinem Schädel eine Idee erwachte:

Wie wäre es, eine weihnachtlliche Figur zu erschaffen, die nur vierundzwanzig Comics lang existiert. Eine Art Online-Comic-Adventskalender?

Ich probierte ein wenig herum, und – schwupps – war der Zwölf geboren. Weniger schwuppsig war allerdings die Zeichnerei. Immerhin kann ich zufrieden erwähnen, fast alle Comics bereits vollendet zu haben.

Heute jedoch wurde mir bewußt, daß Comics allein nicht reichen. Der Zwölf brauchte eine Oberfläche. Innerhalb von zwei Stunden, stetig telefonierend, entstand dank der Hilfe der bezaubernden Lily ein wunderguter Adventskalender, den ich nun mit Stolz und Freude präsentieren darf.

Er verbirgt sich hinter folgendem Link:

–Adventskalender–


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Danke


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ZGF – Zuweilen Gestellte Fragen

Nachdem ich es hin und wieder ankündigte, gibt es nun endlich die ZGF, die Zuweilen Gestellten Fragen – und Antworten darauf.

Viel Spaß damit.

Woher nimmst du eigentlich deine Ideen?
Äh… Ehrlich gesagt, mag ich diese Frage nicht. Kann ich tauschen?

Okay. Andere Frage:
Wie kommst du nur immer auf die Comics?

Und die Frage ist jetzt besser?

Nochmal tauschen geht nicht.
Mist.

Also?
Es ist unterschiedlich. Eine klassische Möglichkeit, zu einer amüsanten Idee zu gelangen, ist, mich hinzusetzen, sämtliche Umgebungsgeräusche zu tilgen und in mich hineinzuhorchen. Irgendwann tauchen dann Bilder, Situationen oder Wörter auf, mit denen ich herumspiele. Das bedeutet, daß ich Fred mit diesem Dingens konfrontiere und schaue, was er [oder der Käfer, oder die Spinne, oder die Schnecke, oder der Wurm, oder Batman, oder…] daraus machen würde. Dabei denke ich möglichst albern – was mir durchaus leicht fällt.

Wie lange dauert das normalerweise?
Unterschiedlich. Das kann ein paar Sekunden dauern, aber auch eine halbe Stunde – mit Pausen natürlich.

Und was gibt es noch für Ideenfindungsoptionen?
Spontane Assoziationen. Ich lese oder höre ein Wort, und in meinem Kopf findet sich sofort die passende Geschichte. Oder ich höre etwas und fühle, daß sich daraus etwas machen läßt. Dann beginnt wieder das In-Mich-Hineinhorchen. Manchmal klaue ich auch Ideen aus dem echten Leben, aus meinem oder dem anderer. Oder ich lasse Fred sich für mich über irgendetwas empören – und versuche, das einigermaßen amüsant zu gestalten. Oder irgendwer kommt vorbei und knallt mir einen Begriff vor den Kopf, aus dem ich einen Comic zu machen habe. Ich weigere mich natürlich, aber letztlich bleiben meine Gedanken daran hängen.

Passiert es, daß dir absolut nichts einfällt?
Oh ja! Manchmal klebe ich an einem Wort oder an einer Situation fest, aus dem/der sich überhaupt nichts machen läßt. [Das reimt sich.] Ich grüble und grüble und komme nicht davon los – aber gelange auch zu keinem Ergebnis. Das macht mich fertig. In den meisten Fällen entsteht daraus ein mittelmäßiger Comic, der sozusagen eine Notlösung darstellt. Oder mir gelingt es, die Idee kurzfristig abzustreifen, eine andere zu finden, die alte Idee am nächsten oder übernächsten Tag wiederaufzunehmen – und dann etwas Gutes draus zu machen.

Spielt Zeitdruck bei Kreieren eine Rolle?
Oh ja. Am wenigsten fällt mir ein, wenn ich nur noch eine Stunde Zeit habe bis Mitternacht. Nun ja, vielleicht fällt mir nicht weniger ein, aber ich bin schneller zufriedengestellt. ‚Ja, das ist okay.‘, denke ich und akzeptiere die erstbeste Idee, die nicht immer wirklich gut ist. Aber ich tröste mich, daß ich am nächsten Tag eine bessere Idee finden kann.

Hast du das Gefühl, dir gehen irgendwann die Ideen aus?
Ja und nein. Eigentlich habe ich fast täglich Angst, daß mir nichts einfällt. Aber allein, weil mir bisher immer wieder etwas eingefallen ist, gehe ich davon aus, daß das noch eine Weile so weitergehen wird.

Das heißt, du bekommst allmählich Routine?
Sicherheit. Es stört mich nicht, bis kurz nach Elf zu warten, bis ich anfange, mir etwas auszudenken. Weil ich weiß, daß mir etwas einfallen wird. Und dieses Wissen sorgt letztendlich dafür, daß mir auch etwas einfällt.
Na gut, ich schäme mich, wenn ich Minderwertiges zusammenzeichne, doch ich tröste mich gleichzeitig mit dem „Morgen-Ist-Auch-Noch-Ein-Tag“-Gedanken. Hinzu kommt, daß die Geschmäcker glücklicherweise verschieden sind und daß Comics, die ich für weniger gelungen halte, zuweilen recht gut ankommen – was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

Heißt das im Umkehrschluß, daß Comics, die du wirklich gut findest, nicht ausreichend gewürdigt werden?
Natürlich. Ja. Aber mir reicht es eigentlich, wenn ich mich amüsiere. Das schenkt mir das Vertrauen, daß es auch andere gibt, die das lustig finden werden. Hin und wieder wundere ich mich, ob irgendetwas an dem Comic mißverständlich war, doch ich traure nicht fehlenden Kommentaren hinterher. Es ist so, wie es ist. Fertig.

Gibt es denn Comics, die keiner versteht?
Weiß ich nicht. Manchmal, vor allem, wenn Freunde die Originalzeichnungen in den Händen halten, erhalte ich als Reaktion ein Gesichtsfragezeichen. Dann erkläre ich geduldig, was ich meine. Der Aha-Effekt erzeugt dann aber das Lächeln, das ich bezweckte.
Sonst gab es eigentlich keine Nachfragen, was aber vermutlich damit zusammenhängt, daß es im Netz nicht üblich ist, bei Nichtgefallen oder Unverständnis Kritik anzubringen oder zu fragen. Ignorieren geht schneller.

Heißt das, daß es Menschen gibt, die deine Comics nicht leiden können?
Vermutlich. Aber für die zeichne ich ja nicht.

Sondern?
Wenn ich jetzt „Für mich.“ antworte, dann werde ich verhöhnt, weil es mir sowieso keiner glaubt. Als ich anfing, zeichnete ich vorrangig für mich. Das tue ich immer noch, doch da es genug Leute gibt, die mich auf den Comic anzusprechen pflegen, ist es albern zu behaupten, daß ich nicht auch für andere zeichne.

Sondern für das Lob, das dir dadurch beschert wird?
Hehe, nein. Mit Lob kann ich nicht wirklich umgehen. In den Kommentaren tue ich mich meistens schwer damit, darauf zu antworten. Mir ist es Lohn genug, wenn ich sehe [oder gesagt bekomme], daß jemand nach der Lektüre des Comics lächelte oder gar lachte. Vielleicht ist das meine [beziehungsweise des Comics] Aufgabe: zu unterhalten.

Bist du des Lobs nicht allmählich überdrüssig?
Hehe. Bestimmt nicht. Die Lobhudelei zeigt mir, daß ich mich auf einem guten Weg befinde – auf dem ich ruhig weitergehen darf. Allerdings gebe ich zu, daß es mir schwerfiele, von diesem Weg abzuweichen, weil er schließlich das ist, was ich machen möchte.
Ich achte nur darauf, daß ich nicht irgendwann abhebe und mich für den Oberchecker halte. Aber im Augenblick bin ich noch extrem selbstkritisch, so daß diesbezüglich keine Gefahr droht.

Würdest du dich für den täglichen Fred-Comic bezahlen lassen?
Was für eine blöde Frage. Käme jemand zu mir und würde mir anbieten, mich dafür zu bezahlen, daß ich genau das mache, was ich bisher ohne Bezahlung tat, für’s Atmen zum Beispiel, dann würde ich mich dessen natürlich nicht verwehren.
Aber ich will den Comic frei von Werbung und ähnlichem halten. Käme also jemand zu mir und wünschte Fred in einem Werbespot, so würde ich mich vermutlich weigern. Ich bin durchaus imstande, andere Figuren zu kreieren, die nicht minder knuffig sind.
Etwas anderes wiederum wäre natürlich ein Fred-Comicband…

… ein Comicband! Wie sieht es denn damit aus?
Ungut. Ich habe vor einer Weile diverse Anfragen gestartet, doch ohne Erfolg. Allerdings lasse ich mich nicht entmutigen, denn die Zahl der Fred-Möger wächst kontinuierlich. Und irgendwann vielleicht sind auch diverse Verlage bereit, mir Milliardentausend Euro dafür zu bezahlen, daß sie ein Buch voller Freds drucken dürfen.

Besteht denn Bedarf?
Oh ja. Ich höre und lese oft genug, daß es Comicbüchlein etwas Feines wäre, etwas Handfestes. Ich bin zuversichtlich: Das klappt schon noch.

Woran scheiterte es bisher?
Naja, der Zeichenstil ist bewußt simpel gehalten, und die Comics sind nicht selten sehr banal. Mit Absicht. Mir gefällt Banalität, zumindest in dieser Form. Fred hat so etwas Naives an sich, daß ich ihn nie und nimmer mit weltpolitischen Themen konfrontieren wollen würde – ganz abgesehen davon, daß ich von Politik ohnehin wenig Ahnung habe.
Aber die fehlende Gesellschaftskritik, die fehlende Tiefe, gefällt oft nicht. Und daß es so aussieht, als könnte ich nur Kullern zeichnen.

Wo pflegst du zu zeichnen?
Meistens zu Hause. Allerdings habe ich, wenn ich weggehe, nicht selten Stifte und Papier dabei, so daß ich vorbereitet bin, auch inmitten von Freunden und Bekannten plötzlich zu zeichnen anzufangen. Das passiert aber eher selten, weil ich es nicht mag, wenn man mir über die Schulter schaut, während ich zeichne.
Aber im Prinzip ist es egal, solange ausreichend Licht vorhanden und eine einigermaßen bequeme Sitzposition möglich ist.
Ich habe in Magdeburg nach einer Art Künstlercafé gesucht, nach einer Lokalität, die möglichst nicht an der Straße, sondern in Grünnähe liegt, in der ich mich ungestört und ohne neugierige Blicke hinsetzen und der Krakelei widmen kann, während ich einen Kakao oder Tee schlürfe. Aber leider vergeblich.

Stören dich die Blicke anderer so sehr?
Naja, es ist vermutlich albern, aber ich habe sogar schon meine Mami ausgeschimpft, weil sie zu früh schaute. Andererseits bin ich durchaus imstande, die Umgebung auszuschalten und alle anderen zu ignorieren, während ich zeichne – oder nach einer Idee suche. Das klappt nicht stundenlang, aber immerhin lange genug.
Ich empfinde nur Blicke auf mein Bleistiftgekrakel als sinnlos, weil weder meine Schrift noch das Gezeichnete eindeutig erkennbar sind – und trotzdem wird es immer wieder versucht, in der Hoffnung, schon ein paar Sekunden früher als alle anderen auf das Blatt schauen zu können. Menschen sind albern.

Fred aber auch.
Natürlich. Albernheit fetzt ja auch. Daß Menschen albern agieren, ist nicht umsonst Teil der Fred-Comics. Am liebsten mag ich scheinbare Logik, die zu Ringschlüssen führt. Oder sich als unlogisch offenbart. Oder als Naivität. Fred ist genau der richtige, wenn es darum geht, dumme Fragen zu stellen, die er in seiner Einfachheit ernst meint und die sich als gar nicht so dumm herausstellen – oder eben als besonders sinnlos.

Heißt das, daß Fred dumm ist?
Sind Kinder dumm?
Nein, natürlich nicht. Fred schaut nur auf die Welt, ohne alle Zusammenhänge zu begreifen. Wir lachen über ihn, weil wir es besser wissen. Und da Fred letztlich ein Teil von mir ist, kommt es auch vor, daß er sich Fragen stellt, die ich selbst nicht zu beantworten imstande bin.

Fred ist ein Teil von dir. Heißt das, du bist auch naiv und albern?
Oh ja. [lacht] Natürlich nicht ausschließlich. Aber gerne.

Wenn Fred traurig ist, bis du es dann auch?
Manchmal. Aber eigentlich eher selten. Zuweilen ist es gar andersrum der Fall, und ich bin stolz darauf, mit miesester Laune einen guten Comic fabriziert zu haben. Aber ich bitte im allgemeinen darum, von Interpretationen abzusehen. Fred ist Kunstfigur genug, um seine eigenen Launen zu haben, die mit meinen wenig zu tun haben.
Als Fred wegen des Valentinstags betrübt war, fragte mich meine Omi, ob mit mir alles in Ordnung sei. Dabei berührt mich Valentinstag überhaupt nicht.

Weil du keine Freundin hast?
Keine privaten Fragen, bitte.
Mich berührt der Valentinstag nicht, weil er in meinen Augen überflüssig ist. Aber das zu thematisieren würde jetzt zu weit führen.

Wird Fred jemals ein Weibchen finden?
Vermutlich nicht. Irgendwie habe ich ein Problem damit, feminine Charaktere zu zeichnen. Die sehen immer gleich und ungut aus – und das will ich der holden Weiblichkeit nicht zumuten. Außerdem würde eine Frau das ganze Konzept durcheinanderbringen. Plötzlich ginge es ständig um Liebe und Beziehungen und damit verbundene Probleme. Und irgendwann kämen dann die Gleichberechtigungsfanatiker und würden sich darüber beschweren, daß der Comic nach Fred und nicht nach Frederike [oder wie auch immer sie heißen wird] benannt ist…
Auch sei darauf verwiesen, daß Fred nicht unbedingt reich bestückt ist. Vielleicht ist er ein maskulines Neutrum; wenn es so etwas gibt.

Ist der Käfer nicht weiblich?
Vom grammatikalischen Genus her: Auf keinen Fall. Und im Comic: Auch nicht. Zumindest nicht in meinem Kopf. Aber da ich den Comics keinen Originalton beifüge und der Käfer bisher nicht mit seinen Geschlechtsmerkmalen oder Paarungsgewohnheiten protzte [und das auch nicht tun wird], habe ich nichts dagegen, wenn Leser der Ansicht sind, der Käfer sei weiblich. Für mich ist er ebenso maskulines Neutrum wie Fred.

Das heißt, Sex wird niemals ein Thema des Comics sein?
Wenn, dann auf einer Metaebene. Alles andere ginge in die gleiche Richtung wie Weltpolitisches.

Kein Schweinkram also?
Nein, kein Schweinkram. In meinem Kopf hat der Comic etwas Kindliches. Da bleibt Sex außen vor.

Bist du prüde oder so?
[seufzt]
Willst du nicht ein paar technische Fragen stellen?

Na gut. Wie füllst du eigentlich den Hintergrund?
Mit dem Rechner. Ich zeichne mit Bleistift vor, dann mit Fineliner verschiedener Stärken nach, radiere weg, scanne ein, verbessere, was zu verbessern ist, und befülle dann den Hintergrund im Bildbearbeitungsprogramm. So spare ich – im Vergleich zu früher, als ich noch selbst ausmalte – nicht nur haufenweise Zeit, sondern auch Geld. Wenn ich nur an den Eddingverbrauch denke, den ich früher hatte…

Benutzt du Spezialstifte?
Nö, eigentlich nicht. Hauptwerkzeug sind die 0,4-Millimeter-Fineliner von Stabilo, die es überall zu kaufen gibt. Blöd ist nur, daß die nach einer Weile ausleiern und zu breit zeichnen. Im Augenblick benutze ich den S-Move, den ich geschenkt bekam, und von dem ich mir erhoffe, daß er sich gegen fette Linien verwehrt. Bisher klappt das ganz gut.
Ansonsten nehme ich gerne noch einen dickeren-Fineliner, der fast ein Filzstift ist. Ich bin da nicht so sehr anspruchsvoll und habe ein paar verschiedene hier rumliegen. Den dicken Stift benötige ich für die Umrandungen der Panels, für die fetten Buchstaben und diverse kleine schwarze Flecken, zum Beispiel Marienkäferpunkte.
Hin und wieder greife ich zu einem superdünnen Fineliner, beispielsweise 0,05mm. Aber eher selten.
Wichtig ist noch der Bleistift. Ich bevorzuge 2B- oder 3B-Bleistifte. Warum, weiß ich auch nicht so recht. Und einen weichen, weißen Radiergummi, der aber nicht schmieren darf.

Klingt ganz schön speziell.
Ist es aber nicht. Bis auf die superdünnen Fineliner gibt’s das alles in jedem x-beliebigen Laden. Ob man gut zeichnen kann, hängt nicht vorrangig davon ab, wie teuer oder genial die Stifte sind.

Du hast das Papier vergessen zu erwähnen.
Stinknormales Druckerpapier. Billiges. A4.

Und wie machst du das mit den Kästchen?
Ich fertige mir Vordrucke an; da sind die Linien der Panels hauchdünn, und ich zeichne sie dann mit einem dicken Fineliner nach. Ich mag es nicht, wenn die Umrandungen künstlich aussehen; andererseits ist es mir zuviel Arbeit, sie jedesmal neu ausmessen zu müssen.

Wenn du so ein genialer Künstler bist, warum benutzt du dann ein Lineal?
Ich habe nie behauptet, ich sei genial. Und wenn ich behaupte, ich sei ein Künstler, meine ich es eher ironisch. „Künstler“ ist ein Attribut, das man sich nicht selbst gibt. Oder erst, wenn unzählige andere es vorher an einen verteilten.
Zu deiner Frage: Ich benutze ein Lineal, weil es einfacher ist. Ich schaffe es, freihand eine einigermaßen gerade Linie zu zeichnen, doch sehe nicht ein, warum ich für eine niedere Ästhetik [in meinen Augen] mehr Aufwand betreiben soll. Der ganze Fred-Comic ist darauf angelegt, alles recht simpel zu belassen.

Aber Sprechblasen statt dieser eckigen Dinger wären schon schön.
Ja, wären sie. Allerdings habe ich den Dreh bei ihnen noch nicht ganz raus. Schließlich sollen sie nicht ganz vollgestopft aussehen. Trotzdem muß man alles lesen können. Aber sie dürfen auch nicht zu groß sein, damit sie nicht den gesamten Hintergrund verdecken…
Ich habe mit der Lineallösung angefangen; jetzt bleibe ich dabei.

War nicht mal im Gespräch, deine Schrift durch Computerschrift zu ersetzen?
Ja, das hatte ich mir mal so überlegt und extra dafür eine Frederick-Schriftart kreiert, die aus meiner Handschrift in Großbuchstaben besteht – sowohl normal als auch fett. Doch zum einen ist es einfacher, den Text per Hand in die Sprechvierecke zu schreiben, zum anderen sieht es auch natürlicher aus. Ich mag beispielsweise Comics nicht, die die häßliche Comic-Sans-Schriftart nutzen. Widerlich.
Mir wurde gesagt, daß meine Buchstaben lesbar seien – also bleibe ich dabei.

Was passiert, wenn du dir mal die Hand brichst oder so?
Mal schaun. Ich gehe vorerst davon aus, daß das nicht passiert. Und wenn es soweit sein sollte, dann werde ich sehen, was möglich ist und was nicht.

Bist du Rechts- oder Linkshänder?
Rechts.

Kannst du mit Links zeichnen?
Ich glaube nicht. Ich habe eine Zeitlang geübt, mit Links zu schreiben, doch sah das anschließend immer noch mies aus. Mit Zeichnungen wird das nicht besser sein, vermute ich.

Hast du für Notfälle vorgezeichnete Comics parat?
Nein. Es wäre sicherlich nicht schwer, da die Comics selten tagesaktuell sind, vorzuzeichnen, und beispielsweise für meinen Urlaub habe ich das auch getan. Aber wenn ich mal mehrere Comics an einem Tag zeichne und mir so ein kleines Polster schaffe, kann ich darauf wetten, daß ich dieses alsbald wieder abgebaut haben werde. Nicht umsonst erscheinen die meisten Comics erst in den späten Abendstunden eines Tages: Ich warte bis zur letzten Minute damit.

Ist das nicht ganz schön dämlich?
[seufzt]

Äh… Themawechsel: Würdest du gern fliegen können?
Keine Ahnung. Ich habe mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Es würde sicherlich ein paar Dinge vereinfachen, doch ich komme ganz gut klar, ohne fliegen zu können. Es besteht also kein dringender Bedarf.

Aber Fred… Ich dachte, er wäre eine Projektion deines Wunsches, selbst naiv zu sein und fliegen zu können.
Genau. Und am liebsten esse ich Würmer.

Hast du schon mal Würmer gegessen?
Nein, noch nie. Aber ich habe schon mal eine Schnecke gegessen. Ohne Schneckenhaus, versteht sich.

Iiieh. Wieso denn das?
Naja, in einem Ferienlager in Spanien waren wir angeln und benutzten als Köder kleine Schnecken, die wir aus ihren Häusern holten. Irgendein Betreuer meinte dann, daß die Schnecken gut schmecken würden – also probierte ich. Aber die Schnecke war zäh und relativ geschmacklos. Nochmal würde ich es nicht machen.

Essen Fledermäuse überhaupt Würmer?
Nein, soweit ich weiß, sind die einzigen Würmer, die Fledermäuse vertilgen, Ohrwürmer – und dabei handelt es sich bekanntermaßen um jene Käfer, die auch Ohrenkneifer genannt werden. Aber da Fred einen Käfer als Freund hat, kann er natürlich keine solchen essen. Also mag er eben Würmer.
Ursprünglich hatte ich sogar überlegt, ihn Mäuse essen zu lassen; aber Würmer waren leichter zu zeichnen.
Künstlerische Freiheit nennt man das, glaube ich.

Also doch „Künstler“.
[seufzt]

Wärst du gerne berühmt?
Jaein. Ich möchte nicht berühmt sein. Aber wenn meine Werke bekannt [noch bekannter] werden würden, dann fetzte das schon.

Signierstunde mit Morast?
Och nö. Ich stehe nicht darauf, Autogramme geben zu müssen. Oder kleine Zeichnungen mit Grußwort anfertigen zu müssen. Tatsächlich wird hin und wieder der Wunsch an mich herangetragen, ich möge doch mal etwas Kleines zeichnen – in der letzten Zeit ging ich dazu über, mich erst zu weigern und dann, wenn das Drängen nicht nachließ, den Käfer zu zeichnen. Das geht wenigstens schnell – und die Gefahr ist gering, daß ich mich verzeichne.

Hast du denn Angst, daß die Leute merken können, daß du nicht zeichnen kannst?
Hehe. So ähnlich. Ich finde, daß Fred, aus seinem Umfeld herausgerissen, weniger Wirkung entfalten kann. Und überhaupt bin ich der öde Typ, der immer vorzeichnen will, mit Bleistift und so. Und bei einer Signierstunde hätte vermutlich niemand soviel Zeit abzuwarten, bis ich endlich mit meinem Procedere fertig bin. Außer natürlich, es kommen nur ein oder zwei Leute…
Ansonsten bin ich aber durchaus der Meinung, zeichnen zu können. Natürlich gibt es genug, die das besser können. Aber darum geht es nicht…

Warum nennst du dich eigentlich Morast, wo doch dein echter Name im Impressum steht?
„Morast“ hielt ich einst für ein schickes Wort [und halte es noch immer]. Damals war Fred noch gar nicht in Planung. Als ich dann die Comics in meinem, mit Morast unterzeichneten Weblog zu veröffentlichen begann, sah ich keinen Bedarf, das zu ändern.
Natürlich wäre es sinnvoll, stets irgendwo den eigenen Namen hinzukritzeln, damit alle wissen, daß ich es bin, der die Comics zeichnet. Aber nötig ist das meiner Ansicht nach nicht. Schließlich geht es um die Comics, nicht um mich.

Und wann ziehst du auf eine eigene Domain um?
Wenn ich mich mit WordPress&Co ausreichend auseinandergesetzt habe. Das gehört aber zu den Dingen, die ich schon ewig tun wollte, aber noch nie tat, weil ich sie nicht für wichtig genug hielt. Aber irgendwann…

Hast du irgendwelche Fred-Pläne? Beispielsweise einen Schluß oder eine neue Figur?
Nein, habe ich nicht. Ich freue mich auf die Folge 365 bzw 366, wenn Fred ein Jahr alt werden wird. Was in dieser passiert und ob ich sie irgendwie zelebrieren werden, weiß ich nicht. Geschenke nehme ich stellvertretend für Fred aber gerne entgegen – in der Seitenleiste rechts befindet sich ein Wunschlisten-Button. Auch sonst akzeptiere ich natürlich jederzeit Geschenke – beispielsweise als „Bezahlung“ für den Genuß des kostenlosen Comics…

Kannst du bitte zur Frage zurückkommen?
Äh… ja. Ich plane auf keinen Fall ein Ende. Wenn ich keine Lust oder keine Ideen mehr habe, höre ich auf. Doch im Augenblick ist derartiges nicht absehbar.
Eine neue Figur ist auch nicht wahrscheinlich. Hin und wieder werde ich mit Ideen bestückt, die irgendwelche Elefanten oder Vögel oder anderes enthalten. Doch mir liegt nicht viel daran, neue Figuren einzuführen. Es sind schließlich schon genug da – und trotzdem beschränke ich mich vorwiegend auf Fred und Käfer.
Übrige Pläne gibt es eigentlich auch nicht. Mit der Einführung der Fred-Liste, in der sämtliche bisher erschienenen Comics namentlich aufgeführt sind, habe ich schon etwas lang Geplantes erfüllt. Das muß erstmal reichen.

Aber die Liste ist auf dem Stand von vor einer Woche!
Jaja. Ich erneuere sie nicht alle zwei Minuten. Tut mir leid.

Ist dir zu mühsam?
Genau.

Bist du faul?
Vermutlich. Aber ich würde es „bequem“ nennen. Vermeidbaren Aufwand vermeide ich. [Klingt logisch, oder?] Das Konzept des Fred-Comics, so es jemals eins gab, beruht auf Einfachheit. Würde ich mich täglich dem hingeben, was möglich ist, so wäre ich wohl stets mehrere Stunden lang beschäftigt. So aber verzichte ich auf Diverses, das ich nicht für überwichtig halte – und mache mir weniger Arbeit. Allerdings bin ich trotzdem täglich bis zu einer Stunde nur mit Fred beschäftigt.

Aber geht dir dadurch nicht wichtige Lebenszeit verloren?
Hehe. „wichtige Lebenszeit“. Albern.
Natürlich habe ich dadurch ein bißchen weniger Freizeit. Aber ich schmeiße diese Zeit ja nicht auf den Müll – oder lasse sie verlorengehen. Nein, ich widme mich in dieser Zeit einer Sache, die mir Freude bereitet. Besser kann man „Lebenszeit“ kaum nutzen.
Das einzig Dohve ist, daß ich bei spontanen abendlichen Verabredungen nicht selten sage: „Aber ich muß noch einen Fred zeichnen…“. Jedoch sind meine Freunde allesamt Fred-Freunde und der Ansicht, daß es wichtig ist, daß ich den täglichen Fred auch weiterhin täglich veröffentliche.

Allerdings bist du manchmal zu spät dran.
Ja, bin ich. Trotzdem zeichne ich durchschnittlich einen Fred-Comic pro Tag. Und das ist, was ich machen wollte. Außerdem kennzeichne ich nachgereichte Comics damit, daß ich sie stets auf die Uhrzeit 23.59 Uhr zurückdatiere. Im Gegenzug sind automatisch veröffentlichte Comics auf 0.01 Uhr datiert.

Wäre es nicht leichter, nur alle zwei Tage einen Comic zu veröffentlichen?
Nein. Zum einen, weil ich dann mit meiner Zählerei durcheinander käme. Zum anderen aber, weil das Ersinnen und Zeichnen des Comics keine Sache ist, die leichter wird, wenn man sie seltener betreibt. Wenn ich wirklich Bedarf hätte zu pausieren, würde ich das tun.

Echt? Und deine Fans enttäuschen?
Äh… ja. Allerdings vermute ich, daß, wenn ich Pausenbedarf haben werde, auch ausreichend Grund dafür bestehen wird. Aber noch ist es nicht soweit.

Apropos „soweit“. Wann ist es endlich soweit, daß Fred-Merchandiseprodukte erscheinen?
Du kannst nicht einfach „apropos“ sagen, ein Wort von mir zitieren und dann das Thema wecheln. Das ist albern.

Jaja… Was ist nun mit Fred-Shirts und dergleichen?
Ich weiß, ich habe das vor Äonen versprochen. Doch nach einem ersten Rückschlag habe ich mich nicht wieder bemüht. Es steht auf meiner inexistenten To-Do-Liste, doch derzeit habe ich nicht genug Muße, mich darum zu kümmern. Nähme mir jemand diese Aufgabe ab, wäre ich durchaus sehr dankbar. Er oder sie bekäme auch einen Anteil am Gewinn – der allerdings recht niedrig ausfallen wird, da ich nicht daran interessiert bin, auf diese Weise haufenweise Knack zu machen.

Was wäre dein Traum, Fred betreffend?
Worüber ich mich freuen würde, wäre ein Frederick-Comicbuch. Wenn Fred dadurch einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen würde, wäre das schon enorm.

Das war’s? Nichts mit In-Geld-Schwimmen und so?
Da Fred ja ein kostenloses Angebot bleiben soll, wird das wohl nichts. Wenn sich aber durch Fred die Möglichkeit ergibt, mit anderen Zeichenaufträgen Geld zu verdienen, dann würde ich das natürlich nicht ausschlagen. Immerhin hat mir der Comic hier in Magdeburg schon ein paar Möglichkeiten beschert.

Aber das kann doch nicht dein Traum sein: zu arbeiten…
Ich neige nicht dazu, von Geld und Luxus und derartigem zu träumen.

Sondern?
Private Frage. Du erinnerst dich?

Ja. Sorry und so.
Kein Problem.

Schön.

Glaubst du, daß Fred berühmt werden wird?
Keine Ahnung. Ich denke nicht darüber nach. Wenn anderthalb Milliarden Leute täglich auf die Webseite zugreifen, bekomme ich Probleme mit dem Traffic. Soviel ist sicher.

Hast du irgendwelche Zeichnervorbilder?
Nein, habe ich nicht. Nicht eigentlich. Es gibt eine Menge Leute, deren Stil oder Humor [oder beides] ich bewundere, aber sie sind mir keine Vorbilder. Ich eifere ihnen nicht nach. Ich versuche, meinen eigenen Weg zu gehen, versuche natürlich mich zu verbessern und bediene mich zuweilen abgeschauter Tricks, doch ich kann niemanden benennen, der mein absoluter Held ist. Muß ja auch nicht.

Wirst du von Musik oder anderem inspiriert?
Natürlich. Letztlich kann alles inspirierend sein. Allerdings sei eingestanden, daß es schwer fällt, im Schwarzmetallbereich Texte zu finden, die mich zu Fred-Comics animieren.

Was ist denn deine Lieblingsband?
Ich beantworte keinerlei Poesiealbums-„Lieblings…“-Fragen.

Und was ist deine favorisierte Band?
[seufzt]

Okay, okay, ich hör‘ schon auf.
Fein. Machs gut und so.

Äh… Wart‘ mal! Hallo…!?! HALLO!?!

Mist.


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NAQ – Never Asked Questions

Da ja die Neugier der Menschen sie zwingt, unbedingt hinter die Kulissen schauen, den Trick des Zauberers erfahren, den Künstler beim Schaffen seines Werkes beobachten zu wollen, habe ich mir anläßlich des heutigen „Jubiläums“ erdreistet, mir selbst ein Interview zu geben. Das ist insofern dreist, als daß ich mir die Fragen natürlich selbst aussuchen und die unangenehmen weglassen konnte.
Allerdings versuchte ich tatsächlich, ein wenig Kritik zu üben. Die Antworten sind auch eher spontaner Natur und nicht in jedem Fall wirklich ernst zu nehmen [wie das nunmal so bei Interviews ist].
Ich bin übrigens gern bereit, mich echten Fragen zu stellen, so welche existieren und nicht den üblichen Poesie-Albums-Fragen [„Lieblingsessen, -sänger, -land, zahl, -nasenloch, …“] gleichen.
Und so.

Die Künstler-Standardfrage schlechthin: Woher nimmst deine Ideen? Beobachtest du Verwertbares im Alltag oder muß das Klo als Ort der Inspiration herhalten?
Die Ideenfindung hat zumeist wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Beobachten ist daher recht nutzlos. Fred lebt in seiner eigenen Welt, in die ich mich erst hineindenken muß. Das ist nicht weiter schwer, verlangt aber für einen Augenblick keine Ablenkung. Das WC ist dafür nicht schlecht, allerdings funktioniert die Dusche besser. Während das Wasser auf meinen Schädel rieselt, fallen mir auch die meisten Comicstrips ein. Aber es darf auch mal die Straßenbahn, ein Spaziergang, eine Zugfahrt oder anderes sein.

Deine Ideen sind ja nicht immer neu. Ich verweise auf Nummer 17. Der Witz ist uralt.
Sicherlich. Doch tatsächlich fiel er mir irgendwo [unter der Dusche?] ein, und ich hielt ihn für gut genug, wiederbelebt zu werden. Hinzu kommt, daß Witz und Persönlichkeit eines Cartoons nicht zuletzt durch die Zeichnungen entstehen. Und wenn die niedlich/amüsant/gut sind, darf auch mal ein bereits bekannter Witz auftauchen.
Hinzu kommt, daß ich nie behauptete, alle Comicstripinhalte neu zu erfinden. Vieles existiert bereits in abgewandelter Form. Ich bin ja kein genialer Super-Komiker oder so.

Von sonderlich geistiger Tiefe zeugen deine Comics aber auch nicht unbedingt. Man denke nur an eine Fledermaus, die gegen einen Baum fliegt…
Jaja. Doch ist der Humor, den ich nutze, logischerweise mein eigener. Und ich finde es lustig, wenn die Comicfledermaus [keine echte!] gegen einen Baum fliegt. Allerdings sei hierzu zu sagen, daß ein Comic eine Geschichte darstellt, selbst wenn sie auch nur aus vier Bildern besteht. Dementsprechend fliegt ja Fred nicht einfach so gegen einen Baum, sondern mit einem Handlungshintergrund, der den Aufwand eines Comics rechtfertigt.

Würdest du also sagen, daß die Geschichte und die Zeichnungen dir wichtiger sind als der Witz?
Nein, natürlich nicht. Wären die Comicstrips nicht zumindest ein bißchen witzig, würde ich sie wohl nicht zeichnen. Und vermutlich fände ich auch weniger Anhänger. Das Gesamtwerk ist entscheidend.

Allerdings sind die Zeichnungen, um darauf noch einmal zurückzukommen, ja auch nicht sonderlich aufwendig oder ein Zeugnis künstlerischer Genialität.
Mag sein. Doch ich habe mir zum Ziel gesetzt, täglich einen Comic zu zeichnen, das nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch, mal ein bißchen mehr, mal ein bißchen weniger. Ich versuche daher, jeden zusätzlichen Aufwand zu meiden und alles recht schlicht und einfach zu gestalten.
Außerdem liebe ich niedliche Figuren, die aus lauter Kullern bestehen. Gäbe es Plüschtiere davon, würde ich sie wohl alle besitzen und nach jeder Idee fröhlich knuddeln.

Wird es jemals Fred-Plüschtiere geben?
Keine Ahnung. Ich hoffe es, bekam sogar schon eine entsprechende Anfrage. Allerdings würde ich mich vorerst mit einem Verleger oder ähnlichem begnügen. Im übrigen würde ich dann darauf bestehen, nicht nur Fred, sondern auch Käfer und Wurm zu Plüschtieren zu verwandeln.

Bekommen der Käfer und der Wurm noch Namen?
Jaein. Eigentlich heißt der Wurm „Wurm“, und die Namenssuche für den Käfer ist noch nicht abgeschlossen, wenngleich die Tendenz dazu besteht, ihn weiterhin „Käfer“ zu nennen. Nicht sonderlich kreativ, aber unglaublich passend.

Wird es weitere Figuren geben? Wird beispielsweise der Vogel aus der Nummer 7 noch einmal auftauchen? Oder Batman?
Keine Ahnung. Ich vermute, daß zuweilen, um diverse Situationen zu ermöglichen, verschiedene neue Figuren eingeführt werden. Inwieweit die wieder auftauchen und feste Rollenbilder bekommen werde, habe ich noch nicht geplant. Daß der Vogel wieder auftaucht, ist möglich. Aber ich weiß nicht, wann oder wieso. Batman dagegen wird mit Sicherheit nochmal erscheinen; schließlich ist Wurm ein großer Batman-Liebhaber, und die Parallele Fledermaus/Batman gefällt mir noch immer.
Ansonsten plane ich, einen Leserwunsch befolgend eine Spinne einzubringen. Bisher hat sich das allerdings noch nicht angeboten, da ich so etwas wie „Du spinnst!“ vermeiden wollte.

Warum ist Frederick ein Fürst? Und weshalb merkt man davon nichts?
Nun ja. Daß Fred ein Fürst wurde, liegt sicherlich zum einen an der wunderschönen Alliteration, zum anderen aber auch daran, daß er im zweiten Comic unter dem Vollmond zum Vampir mutiert. Und Vampire kommen ja bekanntlich aus Transsylvanien, sind alle blaublütig und haben endlose Namen. Vermutlich trifft das dann auch irgendwie auf Fred zu.
Daß er sich allerdings nicht so verhält wie man es von einem Fürsten erwarten würde, liegt daran, daß er sich über die Comics hinweg zu einem etwas albernen, manchmal begriffsstutzigen Wesen entwickelt hat, das zuweilen etwas unbeholfen wirkt. Allerdings spiele ich schon lange mit der Idee, das Fürstliche herauszukehren oder zumindest vom Käfer hinterfragen zu lassen.

Ist Frederick dann also eine Art Wer-Fledermaus? Schließlich ist er auf Fotos nicht zu sehen und hat Angst vor Sonnenlicht.
Vielleicht. Allerdings zerfällt er im Sonnenlicht nicht zu Staub, und ist – wie Käfer richtig feststellte – kein Vampir. Was genau er darstellt, weiß wohl niemand, noch nicht einmal er selbst. Aber daß ihm als Fledermaus vampirische [klingt fast wie „empirische“] Eigenschaften innewohnen, ist ja wohl klar und somit offensichtlich.

Bist du einer von denen, die ständig mit Notizblock und Stift durch die Straßen rennen, um notfalls ihre Gedanken niederschreiben zu können?
Durchaus, ja. Ich verfüge über mein Kleines Schwarzes Buch, das Ideen konserviert und immer zur Stelle ist. Wenn nicht, bin ich einer von denen, die panisch nach Zettel und Stift suchen oder fragen, sich verzweifelt bemühend, das Gesehene oder Gedachte nicht zu vergessen.

Wie machst du das unter der Dusche?
Ich beeile mich, fertig zu werden, renne in mein Zimmer, kralle mir den nächstbesten Zettel und versuche, meine Idee darauf unterzubringen. Das geschieht aber erst, wenn ich den ungefähren Inhalt aller vier Panels im Kopf habe.

Wie sieht so eine Skizze aus? Womit machst du sie?
Die Skizzen sind tatsächlich nicht viel mehr als Skizzen, liederliche Ansammlungen von Kugeln, Linien und unlesbaren Texten. Ich zeichne allerdings stets vier Kästchen, um die Zuordnung genau festzustecken. Das alles natürlich nachträglich abänderbar.
Zum Skizzieren benutze ich irgendeinen Stift und irgendein Blatt. Ich hörte davon, daß man Skizzen in Comiczeichnerkreisen auch „Scribbles“ nennt, doch davon nehme ich Abstand. Für mich ist die Skizze nur die Manifestation der Idee aus meinem Kopf auf Papier. Das sieht unschön aus, ist aber wichtig, um meiner Vergeßlichkeit vorzubeugen.

Ist jede Idee gut genug, um verwirklicht zu werden?
Natürlich nicht. Aber die meisten. Doch zuweilen habe ich mehrere Ideen am Tag, so daß ich mir ein kleines Polster besitze für den Tag, an dem mir mal nichts einfällt oder ich nicht dazu komme, mir etwas einfallen zu lassen.
Bei mir häufen sich so allmählich die weniger guten Ideen, die womöglich erst umgesetzt werden, wenn ich wirklich Bedarf habe. Das Gute jedoch ist, daß die Geschmäcker verschieden sind, weswegen ein für mich minderwertiger Comicstrip in den Augen anderer wundervoll sein kann.

Schmeißt du Skizzen weg?
Nein. Ja. Also umgesetzte Skizzen werfe ich durchaus weg. Nicht immer, aber manchmal. Schließlich befinden sie sich oft auf irgendwelchem Schmierpapier. Nicht umgesetzte Ideen behalte ich allerdings.

Wie groß ist dein Vorlauf?
Klein, um nicht zu sagen: winzig. Schließlich habe ich auch anderes zu tun. Ich bemühe mich, den Vorlauf von einem Tag zu erhalten, so daß ich also heute den Comic von morgen zeichne. Das setzt mich zwar unter Druck, aber dieser ist noch erträglich. Schließlich habe ich so notfalls bis zu 48 Stunden Zeit, um einen neuen Comic zu schaffen.

Womit erfolgt die Umsetzung, die Verwandlung des Comics von der Skizze zum fertigen, im Internet verfügbaren Werk?
Um mir nicht ständig die Mühe machen zu müssen, die einzelnen Kästchen vorzuzeichnen, habe ich mir einen Vordruck geschaffen, auf dem sie [die Kästchen] hauchdünn zu sehen sind und nachgezeichnet werden können. Das ist sehr hilfreich.
Ich benutze stinknormales A4-Papier dafür und zeichne mit nicht minder normalem Bleistift vor. Na gut, ich gebe es zu, ich achte darauf, daß er ein wenig weich ist, also eine Stärke von B bis 3B besitzt. Das hat etwas damit zu tun, daß härtere Bleistifte [bei meinem Zeichenstil] sich so sehr in das Papier einkratzen. Noch weichere Bleistifte dagegen lassen sich nicht richtig wegradieren.
Ich zeichne alle Panels [Kästchen/Bilder] vor. Das sieht letztendlich recht krakelig aus, weil ich manchmal eine Weile brauche, um die richtige Linie zu finden. Auch die Texte schreibe ich schon in die Bilder, um abzuschätzen, wieviel Platz sie benötigen und wohin sie plaziert werden sollten.
Bin ich damit zufrieden, zücke ich den handelsüblichen, schwarzen, 0,4 Millimeter dicken Stabilo-Fineliner und zeichne die richtigen Linien nach – oder versuche es zumindest. Viele Linien weichen ein wenig ab, was zuweilen besser ist als vorher, zuweilen aber auch korrigiert werden muß. Die Korrektur fällt meistens leicht, weil der Hintergrund nunmal schwarz ausgemalt werden wird und somit derartiges verschluckt.
Habe ich alle Panel vorgezeichnet, füge ich Schatteneffekte ein und zeichne diverse Linien nach. Sieht besser aus und so. Dann radiere ich mit einem möglichst weichen Radierer eine Weile herum. bis ich keine Lust mehr habe und nehme einen Stift mit schätzungsweise einem Millimeter dicker Spitze, schwarz.
Im Augenblick verwende ich ebenfalls ein Stabilo-Produkt, das nicht ganz so teuer ist wie die Eddings [Dafür natürlich auch nicht wasserunlöslich.]. Ich umrande nun die Linien, die sich vom Schwarz abgrenzen sollen. Das soll nur dazu verhindern, daß der später verwendete, grobe Filzstift in die eigentliche Zeichnung hineingerät und etwas anderes als den Hintergrund schwärzt. Nebenbei zeichne ich die Kästchengrenzen nach. Früher per Hand, heute meistens mit Linealunterstützung.
Um einzelne Wörter dick zu schreiben, übermal ich die Buchstaben mit einem 1mm-Fineliner. Als letztes nutze ich einen fetten Edding, beispielsweise den Edding 3000 oder am liebsten den Edding 550, um den Hintergrund abschließend mit Schwarz zu füllen. Dann schreibe ich meinen Namen unter den Comic, gefolgt vom Veröffentlichungsdatum. Über den Comic schreibe ich stets „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“, verfluche mich dafür, keinen kürzeren Namen gewählt zu haben, ergänze die aktuelle Nummer und gebe dem Werk einen Titel, der inhaltsbezogen sein, aber möglichst wenig über den Inhalt im Voraus verraten sollte. Eigentlich ein Widerspruch, aber bisher gelang es ganz gut, denke ich.
Abschließend wird die Zeichnung eingescannt und mit einem Bildbearbeitungsprogramm [zumeist Corel Photopaint] bearbeitet. Das geht schnell, ändere ich doch nur die Helligkeitswerte und den Kontrast, so daß nicht mehr ganz so offensichtlich ist, daß meine Stifte schon wieder fast leer waren. Dann speichere ich das fertige Werk, reduziere die Größe auf 600 Pixel Breite, speichere nochmal, reduziere die Größe abermals, diesmal auf 400 Pixel Breite, speichere ein letztes Mal und lade die letzten beiden Dateien mit einem ftp-Programm auf meinen Webspace.
Dann warte ich, bis der neue Tag anbricht und ich den aktuellen Comic mit einem albernen Vorwort versehen und selbstzufrieden veröffentlichen kann. Fertig.

Machst du Fehler?
Na klar. Allerdings ist das selten schlimm. Wenn mir etwas absolut mißfällt, beginne ich von Null. Das geschah bisher einmal. Da warf ich das angefangene Blatt weg und zeichnete einen anderen Comic. Allerdings habe ich auch den mißlungenen Comic mittlerweile umgesetzt.
Ansonsten betrachte ich Fehler als inexistent. Mit ein bißchen Kreativität kann man die meisten noch umwandeln oder vertuschen. Keiner weiß, wie das Bild eigentlich aussehen sollte, also stört es keinen, solange es nicht offensichtlich ist, daß etwas falsch lief.
Manchmal zeichne ich eine Linie zuviel oder komme beim Hintergrundfüllen versehentlich in die eigentliche Zeichnung hinein. Das ist ärgerlich. aber kein Grund zu verzweifeln, und erst recht kein Grund, neu anzufangen. Ein paar einfache Handgriffe im Bildbearbeitungsprogramm, und alles ist wieder wundertoll.
Allerdings bemühe ich mich, Fehler zu vermeiden. Schließlich bedeutet jeder Fehler zusätzlichen Aufwand, den ich vermeiden möchte, was angesichts eines täglich erscheinenden Comics sicherlich verständlich ist.

Du hast jetzt die 30 erreicht. Wie soll es weitergehen?
Äh.. Der Comic hat die 30 erreicht, nicht ich. Solange mir noch etwas einfällt und es meine Zeit zuläßt, werde ich weiterhin täglich veröffentlichen. Ab Nummer 50 oder so werde ich mich bemühen, irgendwelchen Verlagen oder so unter die Nase zu reiben, wie toll ich doch bin. Vielleicht habe ich ja Glück und werde weltberühmt.

Ist es wirklich Ruhm, was du mit den Comics beabsichtigst?
Nein, natürlich nicht. Ich würde mich freuen, wenn es gelänge, Fred zu veröffentlichen. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn ich damit auch etwas verdiente, und as nicht nur, um meine Ausgaben [Ein Edding 550 kostet 2,50 Euro.] auszugleichen, sondern um mir das Gefühl zu geben, etwas zu schaffen, das auch in Augen anderer Wert hat.
Ich stecke viel Aufwand, Mühe und Liebe in diese Comics und würde mich freuen, das entsprechend entlohnt zu bekommen.
Allerdings war meine Absicht lediglich, mir selbst zu beweisen, daß ich es kann. Ich las von einem Comiczeichner, der über zwei Jahre lang täglich einen Comic zeichnete. ‚Das kann ich auch.‘, dachte ich mir und begann sofort. Ich habe mir kein Ziel gesetzt. Daher ist jeder neue Comic eine Wohltat und eine Bestätigung für mich.
Daß ich bereits den 30. Comic veröffentliche erfreut mich. Doch noch mehr erfreut mich jeder einzelne „Fred“. Schließlich liebe ich die Fledermaus, den Wurm und den Käfer abgöttisch.

Egozentrik? Narzißmus?
Wohl kaum. Wer etwas schafft, ohne dahinter zu stehen, agiert wie eine Maschine.

Verarbeitest du eigen Erfahrungen und Gedanken in den Comics?
Ja, sicherlich. Geht auch nicht anders, entspringen doch die Werke meinem Kopf. Wie du schon sagtest, zeugt nicht alles von Tiefgang, aber manchmal werden doch Gedanken berührt, über die ich mich länger auslassen könnte – aber nicht werde. Beispielsweise ist „Ausverkauf des Wissens“ durchaus mit ernsterem Hintergrund bestückt. Oder auch „Maskerade“. Allerdings verlange ich von niemandem, endlos nachzudenken über das, was ich „eigentlich“ sagen wollte. Das ist Blödsinn, dienen doch die Comics dem Amüsement. Man kann von vier Bildern mit Knuddelfiguren nicht erwarten, daß sie Revolutionen auslösen. Sollen sie auch nicht. Sie sollen lustig sein.

Und sie sollen Geschichten erzählen.
Ja, klar. Und tatsächlich reichen vier Bilder dafür. Cartoons kommen mit einem einzigen aus. Aber ich freue mich auch darüber, wenn ich thematische Zusammenhänge zwischen einzelnen Comics herstellen kann. Zum Beispiel bei der Sache mit der Sonne, bei den Halloween-Episoden oder derzeit bei der Liebes-Thematik. Das ist, als würde man in einer Geschichte kleinere Geschichten erzählen, die eine eigenen Pointe haben, sich also unabhängig von den anderen lesen lassen, aber trotzdem auch zu den anderen gehören. Das ist nicht immer einfach, macht aber viel Spaß.

Ist eine längere Geschichte geplant?
Nein. Das liegt aber auch daran, daß ich nicht plane. Ich weiß meistens gerade mal, welchen Comic ich morgen veröffentlichen werde. Das ist auch gut so. So bleibt auch mir selbst die Spannung und die Übersicht erhalten.
Aber vielleicht wird es eines Tages eine Fred-Geschichte geben. Wer weiß.

Hast du einen Lieblingscomic?
Nein. Wenn ich die bisherigen Comics durchsehe, würde ich am liebsten die ganze Zeit mit dem Finger drauf zeigen und sagen „Das hier ist mein Liebling!“
In meiner Erinnerung sind übrigens die meisten Comics schlechter als in Wirklichkeit. Ich bin immer wieder erfreut festzustellen, daß sie doch nicht so mies waren…

[Im Hintergrund: Empyrium – „Under Dreamskies“]


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Gestatten, Fürst Frederick fon Flatter.

Ich las heute von einem Comiczeichner, der jeden Tag einen Strip anfertigte und somit über zwei Jahre hinweg eine Menge Material fabrizierte.
Da ich zuweilen dazu neige, alberne Figuren aufs Papier zu bannen, dachte ich mir, daß es vielleicht nicht das Schlechteste wäre, würde ich mich an Ähnlichem versuchen, würde ich also täglich einen kurzen Strip zeichnen.

Das ist ein waghalsiges Vorhaben, doch bin ich augenblicklich sehr motiviert, gibt es doch längst eine Figur, die für derartiges in Frage kommt:
Fred, der eigentlich „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“ heißt, soll – vorerst – Hauptdarsteller in dem Selbstexperiment sein.

Fred gibt es schon ein paar Monate, zeichnete ich doch bereits zwei Strips mit ihm und sammelte ein paar zusätzliche Ideen [die ich nur wiederfinden muß]. Heute in der Bibliothek, als ich den Plan auszutüfteln begann, fielen mir zusätzliche Lustigkeiten ein, die eventuell auch verarbeitet werden könnten.

Damit mein Vorhaben aber überwacht wird, ich mich sozusagen nicht betrügen kann, und es nicht nur mir nützt, plane ich, die Comicstrips an dieser Stelle zu veröffentlichen, täglich, insofern ich dazu in der Lage bin.

Erwartet jedoch bitte keine humoristischen oder künstlerischen Genialitäten. Frederick ist relativ schlicht und mindestens ebenso albern wie ich, weswegen es durchaus sein kann, daß der eine oder andere Witz etwas platter ausfällt.

Ich hoffe, daß ich noch heute den ersten Strip vollenden werde. Mein Scanner lebt glücklicherweise wieder und wird mich dabei unterstützen.
Jedoch gibt es zum Einklang einen kleinen Vorgeschmack, die beiden bereits existierenden Frederick-Comics, die sozusagen die Geburt der Figur in die Wege leiteten.

Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter #1 [96 kB]
Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter #2 [78 kB]

Fiel Freude.


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